Ordnungsmäßigkeit einer Buchführung und Haftungsrisiken bei Verstößen gegen die GoBD

Führt die Nicht- bzw. Schlechterfüllung der GoBD zur Ordnungswidrigkeit einer Buchführung? Zur Be-antwortung dieser Frage werden zunächst die mit den GoBD einhergehenden Neuregelungen erörtert und ihre Auswirkungen auf das Interne Kontrollsystem, die Datensicherheit, die Unveränderbarkeit und die Anforderungen an die Verfahrensdokumentation einer kritischen Würdigung unterzogen. Ab-schließend werden gesellschafts- und steuerrechtliche Haftungsrisiken aufgezeigt. Ende 2014 wurden die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) vom BMF veröffentlicht. Hierbei handelt es sich um die Neuinterpretation steuerrechtlicher Vorgaben sowie gleichzeitig eine Konkreti-sierung der GoB im Fall einer IT-gestützten Buchführung aus finanzbehördlichem Blickwinkel. Neben formellen Anforderungen, welche an die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung zu stellen sind, wurden auch weitreichende Kontroll- und Dokumentationsverpflichtungen eingeführt. Aufgrund des Umstands, dass die GoBD über handelsrechtliche Vorgaben hinausgehende Anforderungen enthalten, stellt sich die Frage, ob ihre Nicht- bzw. Schlechterfüllung in einer ordnungswidrigen Buchführung resultiert, worin letztendlich auch ein potenzielles Haftungsrisiko zu sehen ist.

Quellenangabe:
    Michael Goldshteyn

    Der Betrieb (DB)

    Ausgabe 20/2015

    Seite 1126-1135
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