Neue GoB im Falle einer IT-gestützten Buchführung

Seit dem 01. Januar 2015 sind die durch die Finanzverwaltung veröffentlichten „Grundsätze zur ord-nungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektro-nischer Form sowie zum Datenzugriff“ (GoBD) vom Bundesministerium der Finanzen in Kraft getreten. Bei dieser Verwaltungsanweisung handelt es sich um die Zusammenfassung, Überarbeitung und Neu-interpretation der bis dato gültigen „Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführung“ (GoBS), der „Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen“ (GDPdU) und der „Fragen und Antworten zum Datenzugriffsrecht der Finanzverwaltung“ (GDPdU-FAQ). Als Grund für die Überarbeitung werden technische und organisatorische Neuerungen sowie das Alter der bisher gültigen Verwaltungsanweisungen aufgeführt. Im Gegensatz zu den GoBS, die von der Arbeitsgemein-schaft wirtschaftliche Verwaltung e.V. (AWV) ausgearbeitet wurden, fand die Entwicklung der GoBD nahezu ohne Einflussnahme durch berufsständische Interessenvertretungen und Branchenverbände statt. Zwar konnten zu den einzelnen Entwurfsfassungen entsprechende Stellungnahmen eingereicht werden, im Ergebnis führte dies jedoch zu lediglich marginalen Anpassungen. Im Rahmen der nachfol-genden Ausführungen wird das neue BMF-Schreiben zusammenfassend dargestellt und kritisch hin-terfragt. Darüber hinaus werden sowohl mit den GoBD einhergehende Sanktionen als auch die Aus-wirkungen auf die Vorgehensweise und den Prüfungsumfang im Verlauf einer Außenprüfung aus finanzbehördlicher Sicht beleuchtet.

Quellenangabe:
    Michael Goldshteyn

    Die steuerliche Betriebsprüfung (StBp)

    Ausgabe 10/2015

    Seite 289-295
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